Verständnis des Klimawandels und des Klimaschutzes

Was genau bedeutet eigentlich Klimawandel?

Vereinfach erklärt bezeichnet der globale Klimawandel, dass sich das Klima wandelt. Zu unserer jetzigen Zeit bezieht sich der globale Klimawandel auf die Erwärmung der Erde über einen längeren Zeitraum. Diese Änderung betrifft das gesamte Ökosystem und hat u.a. veränderte Niederschlags- und Temperaturmuster und eine Änderung des Meeresspiegels zur Folge.

Im Laufe der Erdgeschichte hat sich das globale Klima immer wieder geändert. So gab es bis heute min. sechs Kaltzeiten. Es ist grundsätzlich ein natürlicher Prozess, der durch die Industrialisierung und dem dadurch größeren Anteil an Treibhausgasen in der Atmosphäre verstärkt wurde und weiterhin verstärkt wird. Dadurch wandelt sich das Klima viel schneller als üblich und es ist für uns und die Umwelt sehr viel schwieriger, sich an die Klimaänderungen anzupassen.

Was beschreibt der Treibhauseffekt?

Der natürliche Treibhauseffekt ist, wenn die von der Erdoberfläche ausgehende Wärmeenergie in der Atmosphäre von sogenannten Treibhausgasen zurückgestrahlt wird. Dadurch erwärmt sich das System weiterhin, ähnlich wie in einem Gewächshaus (engl. = greenhouse). Seit Beginn der Industrialisierung ist das Vorkommen von Treibhausgasen in der Atmosphäre deutlich angestiegen, weshalb auch der Treibhauseffekt zugenommen hat.

Was sind die Treibhausgase?

Die Treibhausgase sind alle natürlich vorkommenden Gase in der Atmosphäre, die den Treibhauseffekt bestärken können. Das Kyoto Protokoll beschreibt folgende sieben Gase: Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (Distickstoffmonoxid = N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3). Die drei am bekanntesten und am häufigsten vorkommenden Treibhausgase sind aber Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas.

Warum wird dann immer nur von CO2 (CO2-Äq.) und dem CO2-Fußabdruck gesprochen?

Zur einfacheren Kommunikation des Themas wurde sich auf das Treibhausgas geeinigt, welches vom Menschen am meisten beeinflusst und ausgestoßen wird: Kohlenstoffdioxid, CO2.

Das Kohlendioxid-Äquivalent, kurz CO2-Äquivalent, ist ein metrisches Maß, mit dem sich die Emissionen verschiedener Treibhausgase anhand ihres Treibhauspotenzials (GWP) vergleichen lassen. Dazu werden die Mengen und die Treibhausgaspotentiale der anderen Treibhausgase in die entsprechende Menge an Kohlendioxid umgerechnet. Das Äquivalenzverfahren ist von entscheidender Bedeutung, um die direkten und indirekten Emissionen, die bei der Herstellung eines Produkts oder der Erbringung einer Dienstleistung entstehen, mit einem gewichteten Wert zu berücksichtigen.

Welche Faktoren sind denn eigentlich die wichtigsten Ursachen für den Klimawandel?

Mehr als die Hälfte der Treibhausgase, die der Mensch verursacht, kommen von der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Diese werden genutzt, um Strom und Wärme zu erzeugen, sich fortzubewegen und industrielle Produktion zu betreiben. Auch die Landwirtschaft und Veränderungen in der Landnutzung, wie die Abholzung von Wäldern und die Trockenlegung von Mooren und Feuchtgebieten, sind wichtige Quellen für Treibhausgase.

Was ist das Kyoto Protokoll?

Im Dezember 1997 auf der UN-Klima-Konferenz in Kyoto wurde mit dem Kyoto Protokoll erstmals eine völkerrechtlich verbindliche Grenze für den Ausstoß von Treibhausgasen festgelegt. 184 Staaten hatten das Abkommen unterschrieben, darunter alle 37 Industriestaaten und die Europäische Union. Das Abkommen trat im Februar 2005 in Kraft.

Große Emittenten wie z. B. die USA oder China ratifizierten das Abkommen nicht. Für sie galten die Reduzierungs- und Begrenzungspflichten nicht. Deutschland wollte eine Vorreiterrolle übernehmen und verpflichtete sich auf eine Minderung der Emissionsmengen um 21 % im Vergleich zum Ausgangsjahr 1990. Das Protokoll schrieb außerdem Regeln für die Registrierung der Emissionen fest. Nicht zuletzt hatte es auch zum Ziel, Ländern bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen. Es sollte Entwicklung und Einsatz entsprechender Technik erleichtern. Kyoto-Protokoll (bundeswirtschaftsministerium.de)

Was sagt das Pariser Klimaabkommen?

Im Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris wurde das Kyoto-Protokoll erneuert/erweitert/angepasst und 197 Staaten unterschrieben die neue Variante.

Während im Kyoto-Protokoll verbindliche Reduktionsziele international festgelegt wurden, verpflichten sich die Vertragsstaaten im Pariser Abkommen darauf, ihre Emissionsreduktionen und Anpassungsmaßnahmen entsprechend ihren nationalen Möglichkeiten (NDCs) zu erbringen. (Klima-Bündnis – Das Pariser Abkommen (klimabuendnis.org)

Als wichtigstes Ziel verpflichteten sich die beigetretenen Staaten, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst jedoch auf 1,5 °C, gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Was genau ist das CO2-Budget?

Das CO2-Budget beschreibt die maximale Gesamtmenge an Kohlenstoffdioxid (CO2), die über einen bestimmten Zeitraum emittiert werden darf, damit die globale Erwärmung die 1,5-Grad-Grenze nicht überschreitet. Der Begriff ist vor allem im Kontext globaler Klimaschutzmaßnahmen zu verstehen, um deren Wirkung quantitativ zu bestimmen.

Was hat sich Deutschland für ein Ziel gesetzt und wie will es dieses erreichen?

Die Bundesregierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt bis zum Jahr 2045 treibhausgasneutral zu wirtschaften. Dazu wurde das Klimaschutzgesetzt (KSG) entwickelt, welches die Erfüllung der nationalen und internationalen Vorgaben sicherstellen soll. Um der Herausforderung zu begegnen, wurde eine Strategie gewählt einzelne kleinere Ziele für unterschiedliche Sektoren (z. B. Industrie, Landwirtschaft, usw.) aufzustellen. Für den landwirtschaftlichen Sektor gilt z. B. eine Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030 um ca. 25 Mio. Tonnen CO2-Äq.. Im Allgemeinen liegt in Deutschland der Schwerpunkt auf dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der Steigerung der Energieeffizienz.

Welchen Beitrag leisten die Klimaschutzprojekte?

Klimaschutzprojekte ergänzen die Reduzierung eigener Treibhausgasemissionen, indem sie beispielsweise erneuerbare Energien fördern, Ökosysteme schützen oder Kohlenstoff speichern. Ihre Unterstützung ist wichtig, weil bestimmte Emissionen derzeit nur schwer vollständig vermeidbar sind und solche Projekte zugleich den Klimaschutz sowie soziale und ökologische Verbesserungen vor Ort fördern können. Sie ersetzt jedoch nicht die Reduktion eigener Emissionen und bedeutet nicht Klimaneutralität.

THG-Bilanz

Warum ist eine THG-Emissionsbilanz wichtig?

Die Treibhausgasbilanz ist ein Maß für die Gesamtmenge der Treibhausgasemissionen, dargestellt als CO2-Äquivalent, die direkt und indirekt während des Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung verursacht oder erzeugt werden. Auf Grundlage der Treibhausgasemissionen können Unternehmen Ihren eigenen Einfluss auf das Klima sehen und wichtige Handlungsfelder für mehr Klimaschutz identifizieren. Für die Bilanz ist es von entscheidender Bedeutung, die Systemgrenzen der Emissionsberechnung auf betrieblicher und zeitlicher Ebene klar zu definieren. So gibt es z. B. bei Kraftstoffen den Ansatz „well-to-wheel“ oder „tank-to-wheel“. Die Analyse erfolgt in der Regel anhand von Standards wie dem GHG-Protokoll oder der ISO 14064-1.

Wie wird diese THG-Bilanz erstellt?

Das grundlegende Verfahren zur Erstellung einer Emissionsbilanz erfordert folgende Schritte:

  1. Festlegung der Systemgrenzen, d. h. den Bereich bestimmen, für den die Emissionen bilanziert werden (z. B. das gesamte Unternehmen, eine einzelne Abteilung, ein Produkt, vom Feld bis zum Hoftor, etc.).
  2. Datenerhebung, Sammlung von Daten über den Verbrauch von Energie, Rohstoffen usw. Hierfür werden Rechnungen, Messwerte, Herstellerangaben usw. verwendet.
  3. Identifizierung der wesentlichen Emissionen, welche Schadstoffe werden freigesetzt (z.B. CO2, NOx, SOx)? Berücksichtigen Sie alle relevanten Emissionsquellen (z. B. Energieverbrauch, Produktionsprozesse, Abfalltransport). Direkte und indirekte Emissionen sollten nach Scope getrennt werden
  4. Anwendung von Emissionsfaktoren, zur Umrechnung von Verbrauchsdaten in Emissionen werden festgelegte Emissionsfaktoren (z. B. aus offiziellen Datenbanken, Branchenverbänden) verwendet.
  5. Bilanzierung und Dokumentation, Berechnung der Gesamtemissionen pro Schadstoff. Wichtig ist die transparente Dokumentation von Methodik, Datenquellen und Annahmen.

Was sind die Scopes?

Nach dem GHG-Protokoll werden die Emissionen in drei Bereiche unterteilt:

  • Scope 1 umfasst Emissionen aus Quellen, die sich im direkten Besitz oder Geltungsbereich Ihres Unternehmens befinden (z. B. Betrieb des eigenen Heizkessels oder Fuhrparks).
  • Scope 2 bezieht sich auf Emissionen aus der Nutzung von Energie, die von Ihrem Unternehmen eingekauft wird (z. B. eigener Stromverbrauch, Wärme, Kühlung etc.).
  • Scope 3 umfasst Emissionen, die aus Aktivitäten resultieren, die nicht direkt zu Ihrem Unternehmen gehören, beispielsweise aus Geschäftsreisen oder dem Abfallmanagement.

Gibt es Standards für die Berechnung der THG-Bilanz?

Das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) ist der weltweit am meisten genutzte Standard zur Berechnung und Bilanzierung von Treibhausgasemissionen. Entwickelt wurde das Protokoll von dem World Resources Institute (WRI) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) sowie mehreren Nichtregierungsunternehmen im Zuge der Diskussionen um das Klima in den 1990er Jahren. Die erste Version des GHG Protocol ist dann 2001 veröffentlich worden und wird seitdem regelmäßig weiterentwickelt.

Ein weiterer Standard ist die ISO-Norm 14064, die sich aus dem GHG Protocol entwickelt hat und ebenfalls von vielen Unternehmen für die Berechnung der Emissionsberichte verwendet wird.

Im Vergleich zur ISO-Norm weist das GHG-Protokoll eine andere Einteilung der Emissionen auf. Während die ISO-Norm sechs Kategorien verwendet, unterteilt das GHG-Protokoll in drei Scopes.

Bei der Berechnung der Emissionen eines Produkts werden bis zu drei verschiedene Maßstäbe verwendet: der GHG-Protokoll-Produktstandard, ISO 14067 und PAS 2050 (letzterer wird üblicherweise im Vereinigten Königreich verwendet).

Was ist der Unterschied zwischen dem CO2-Fußabdruck eines Unternehmens und dem CO2-Fußabdruck eines Produkts?

Die Bewertung des CO2-Fußabdrucks von Unternehmen bietet einen umfassenden Überblick über die gesamten Treibhausgasemissionen des Unternehmens. Dies ist eine wichtige Information für die Festlegung und Verfolgung von Gesamtreduktionszielen sowie für die Berichterstattung an Interessengruppen und Aufsichtsbehörden.

Andererseits können Bewertungen des CO2-Fußabdrucks von Produkten auf Produktebene entscheidende Impulse setzen. Beispielsweise durch eine Neugestaltung von Produkten, um die Effizienz zu erhöhen, Materialien zu wählen mit geringeren CO2-Fußabdrücken oder die Verbesserung des End-of-Life-Profils des Produkts. Mit Hilfe des Produkt CO2-Fußabdrucks können zudem Unternehmen die Verbraucher*innen unterstützen, umweltbewusste und klimabewusste Entscheidungen bei Ihren Einkäufen zu treffen.

CO2-Äq. Reduktionsmaßnahmen

Was ist der nächste Schritt, nachdem wir wissen, wie viele Emissionen wir verursachen?

Nach der Bilanzierung der Emissionen, die ein Unternehmen oder die Herstellung eines Produkts verursacht, ist es wichtig, Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu entwickeln. Transparente und nachweisbare Verbesserungen können dazu beitragen, Umweltwirkungen zu verringern und die Erwartungen umweltbewusster Kundinnen und Kunden zu berücksichtigen.

Die Verringerung der Emissionen kann zu langfristigen Kosteneinsparungen führen und einen wichtigen Beitrag zu den globalen Klimazielen leisten. Darüber hinaus können Unternehmen, die frühzeitig Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Äq.-Emissionen ergreifen, einen Wettbewerbsvorteil erlangen.

Welche Art von Maßnahmen zur Emissionsreduzierung können gefördert werden?

Zu den möglichen Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen gehören der Einsatz erneuerbarer Energien, ein geringerer Energieverbrauch, die Vermeidung von Emissionen innerhalb der eigenen Lieferkette sowie der Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume. Welche Maßnahmen geeignet sind, hängt von den jeweiligen Emissionsquellen und den betrieblichen Möglichkeiten ab. Sie sollten Teil einer Klimaschutzstrategie sein und hinsichtlich ihrer tatsächlichen Wirkung nachvollziehbar bewertet werden.

Was bedeutet Dekarbonisierung?

Dekarbonisierung bezeichnet die Verringerung des Anteils von Kohlendioxid oder aller Treibhausgasemissionen, die mit der Herstellung eines Produkts oder der Erbringung einer Dienstleistung verbunden sind. Die Dekarbonisierungsziele und Strategien in Unternehmen konzentrieren sich in der Regel auf drei Aspekte: Energie, Verkehr und direkte Emissionen.

Wie kann ich die Energieeffizienz meines Betriebes verbessern?

Der Begriff Energieeffizienz bezeichnet das Verhältnis des Aufwands an Energie, der benötigt wird, um einen bestimmten Nutzen zu erreichen, zum Warenertrag. Ziel ist es, eine hohe Energieeffizienz zu erreichen, indem nur wenig Energie verbraucht wird, um eine Dienstleistung oder ein Produkt zu nutzen oder herzustellen. Dadurch werden Energieverluste so gering wie möglich gehalten oder die Verluste werden umgewandelt, um sie weiter zu nutzen.
Unternehmen können zum Beispiel automatische Zähler einsetzen, Produktionsspitzen und Energieverbrauch analysieren und andere Maßnahmen ergreifen.

Ist es möglich, Emissionen innerhalb meiner Wertschöpfungskette zu binden und zu speichern?

Durch sogenanntes Insetting können Unternehmen Emissionen innerhalb ihrer eigenen Wertschöpfungskette verringern. Dabei werden sowohl vorgelagerte Bereiche wie der Einkauf von Rohstoffen und Transporte als auch nachgelagerte Bereiche wie die Nutzung und Entsorgung eines Produkts betrachtet. Unternehmen arbeiten hierfür mit wichtigen Partnern entlang der Wertschöpfungskette zusammen, um gemeinsam Emissionen zu vermeiden oder zu reduzieren und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Welche anderen Reduktionsmaßnahmen können ergriffen werden?

Naturbasierte Lösungen umfassen den Schutz, die Wiederherstellung und die verantwortungsvolle Nutzung von Ökosystemen wie Wäldern, Mooren und Böden. Sie können dazu beitragen, Kohlenstoff zu speichern und die biologische Vielfalt zu erhalten. Die konkrete Wirkung hängt von der jeweiligen Maßnahme und ihrer langfristigen Umsetzung ab.

Warum sollten sich Unternehmen Emissionsreduktionsziele setzen?

Emissionsminderungsziele verfolgen mehrere wichtige Zwecke:
• Verantwortung übernehmen: Unternehmen können ihre eigenen Emissionen reduzieren und so einen positiven Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten.
• Risikominderung: Durch die Verringerung der Emissionen können Unternehmen ihr Risiko verringern, künftigen Umweltvorschriften, rechtlichen Einschränkungen und Reputationsproblemen ausgesetzt zu sein.
• Innovation und Wettbewerbsvorteil: Wenn Unternehmen frühzeitig in nachhaltige Technologien und Praktiken investieren, können sie sich einen langfristigen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Wie sollten sich Unternehmen Emissionsreduktionsziele setzen?

Die Festlegung von Reduktionszielen sollte sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Die Science Based Targets initiative (SBTi) bietet hierfür einen Rahmen zur Entwicklung und Validierung von Klimazielen für Unternehmen. Der SBTi-Net-Zero-Standard umfasst insbesondere folgende Elemente:

  1. Ausgleich verbleibender Restemissionen: Nach weitgehender Reduktion können verbleibende Restemissionen durch die dauerhafte Entnahme und Speicherung von CO₂ ausgeglichen werden. Die konkreten Ziele, Fristen, Systemgrenzen und Nachweise sollten transparent dargestellt werden.
  2. Kurzfristige, wissenschaftsbasierte Ziele: Unternehmen legen Ziele zur deutlichen Verringerung ihrer Emissionen in den nächsten fünf bis zehn Jahren fest.
  3. Langfristige Klimaziele: Unternehmen streben an, ihre Emissionen langfristig weitgehend zu reduzieren und spätestens bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
  4. Zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen: Unternehmen können Klimaschutzprojekte außerhalb ihrer eigenen Wertschöpfungskette unterstützen. Diese Maßnahmen ergänzen die Emissionsreduktion innerhalb der Wertschöpfungskette und ersetzen sie nicht.

Wie kann ich meine Reduktionsziele effektiv kommunizieren?

Unternehmen, die ihre Umwelt- oder Klimaverpflichtungen kommunizieren, müssen heute nicht nur Behauptungen aufstellen, sondern auch Nachweise erbringen. Das bedeutet, sie müssen in der Lage sein, ihre Maßnahmen zu messen, ihre Fortschritte aufzuzeigen und mit größtmöglicher Transparenz darüber zu berichten. All dies tun sie, um zu vermeiden, dass sie in falsche Umweltaussagen verfallen.

finanzieller Klimabeitrag

Was geschieht mit den Emissionen, die nicht vermieden werden können?

Trotz verbindlicher Klimaschutzziele können in der Wertschöpfungskette zunächst verbleibende oder schwer vermeidbare Emissionen entstehen. Vorrang hat ihre schrittweise Reduzierung. Zusätzlich können Unternehmen Klimaschutzprojekte außerhalb ihrer Wertschöpfungskette unterstützen und damit einen weiteren Beitrag zu den globalen Klimazielen leisten. Diese Unterstützung ersetzt jedoch nicht die Reduktion eigener Emissionen und stellt keinen automatischen Ausgleich dieser Emissionen dar.

Was versteht man unter Klimabeitrag?

Klimabeiträge sind finanzielle Unterstützungen für Klimaschutzprojekte außerhalb der Wertschöpfungskette von Unternehmen. Diese Beiträge werden nicht als Neutralisierung der eigenen Emissionen geltend gemacht.  Klimabeiträge ohne Neutralisierungsansprüche können einen transparenten und konstruktiven Ansatz bieten, um Verantwortung für die unvermeidbaren Emissionen eines Unternehmens zu übernehmen.

Unternehmen sollten Einzelheiten zu ihren Klimabeiträgen offenlegen, insbesondere zur Grundlage für die Bestimmung des Volumens ihrer finanziellen Beiträge, zum Betrag, den sie jedes Jahr leisten, zu den Empfängern und zu den erwarteten oder gemessenen Auswirkungen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Kommunikation über diese Klimabeiträge nicht den Eindruck erweckt, dass sie dazu dienen, die tatsächlichen Emissionen des Unternehmens auszugleichen.

Wie wird die Qualität der Klimaschutzprojekte sichergestellt?

Es gibt Verifizierungs- und Akkreditierungsstellen, deren Hauptaufgabe darin besteht, zu überprüfen, ob die auf diesem freiwilligen Markt registrierten Projekte die grundlegenden Kriterien der Zusätzlichkeit, der Dauerhaftigkeit und der Verifizierung (Transparenz) sowie die Anforderungen an die Nachverfolgung, Überwachung, Bewertung und Berichterstattung erfüllen. Zu den wichtigsten Stellen, die für diese Überprüfung zuständig sind, gehören die folgenden globalen Emissionsstandards: Gold Standard, VCS Verra, CCB (Climate, Community & Biodiversity), Verified Impact Standard und SOCIALCARBON. Die ersten beiden Standards sind derzeit die am weitesten verbreiteten Verifizierungsstandards:

  • Der Gold Standard prüft, zertifiziert und versucht, die Klimaauswirkungen im Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung zu maximieren.
  • VCS Verra hingegen ist der weltweit am häufigsten verwendete freiwillige Standard zur Emissionsminderung

Welche Kriterien müssen die Projekte erfüllen?

Diese Projekte werden einem Verifizierungsprozess unterzogen, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse der Emissionsminderung real und umwelt- und klimarelevant sind. Die Kriterien, die sie bei der Überprüfung erfüllen müssen, sind:

  • Zusätzlichkeit. Klimaschutzprojekte, die für eine Kompensation in Frage kommen, müssen zusätzlich sein. Das bedeutet, dass die Projekte ohne den Verkauf ihrer CO2-Minderungsergebnisse nicht realisiert worden wären und somit einen zusätzlichen Beitrag leisten.
  • Dauerhaftigkeit. Die Kompensationsprojekte müssen langfristig angelegt sein und die Projektbegleitung muss entsprechend sichergestellt werden.
  • Verifizierung (Transparenz). Die Verifizierung bestätigt, dass die Datenbewertung einschließlich der Bestimmung der Emissionsminderung nach dem Monitoring-Plan durchgeführt wurde und dass die im Monitoringbericht angegebenen Treibhausgasminderungen tatsächlich erzielt wurden. Die Verifizierung kann eine Vor-Ort-Begehung beinhalten. Idealerweise erfolgt die Verifizierung von einem akkreditierten unabhängigen Unternehmen.